LESSER - Rechtsanwälte

Haben Sie als Arbeitgeber die richtigen Arbeitsverträge?

Wenn Sie 1,8 Mio. Euro investieren, interessieren Sie sich dann für den Vertragstext? Zugegeben, diese Frage ist provozierend. Aber, Hand auf’s Herz, verwenden Sie in Ihren Arbeitsverträgen immer die richtigen Klauseln? Wer als Unternehmer bei human resources durchdachte Vertragsformulierungen für "peanuts" hält, wird vielleicht schon bald von einem Arbeitsrichter hören müssen, wie teuer solche "peanuts" werden können.

Ein leitender Mitarbeiter, 12 Jahre in Ihrem Unternehmen, mit einem Jahresbruttogehalt von 70.000 Euro, kostet Sie zuzüglich Sozialabgaben etwa 100.000 Euro.

Wenn in Ihrem Unternehmen kein Tarifvertrag gilt, können Sie eine Menge wichtiger Dinge in den Arbeitsvertrag hineinschreiben. Zum Beispiel können Sie Urlaub, der über den gesetzlichen Urlaub von 24 Arbeitstagen hinausgeht, davon abhängig machen, wieviel Fehlzeiten der Mitarbeiter hat. Oder Sie können Ihr Direktionsrecht erweitern, indem Sie die Tätigkeiten des Mitarbeiters allgemein formulieren. Wenn Sie sich vorbehalten, bei Fortzahlung der bisherigen Vergütung einen geringerwertigen Arbeitsplatz zuzuweisen, brauchen Sie den Außendienstmitarbeiter nicht zu fragen, wenn Sie ihn in den Innendienst beordern. Erhalten Ihre Arbeitsverträge keinen Vorbehalt, wird die Maßnahme zur Versetzung und Sie brauchen die Zustimmung des Mitarbeiters und des Betriebsrats. Haben Sie Abgeltungspauschalen für Überstunden berücksichtigt? Was halten Sie davon, Schwankungen im Auftragseingang durch Bandbreitenregelungen im Rahmen von Arbeitszeitkonten auszugleichen? Haben Sie das Gehalt nach Grundvergütung und Zulagen gesplittet? Haben Sie die Zulagen, das Weihnachtsgeld oder das Urlaubsgeld unter Freiwilligkeitsvorbehalt gestellt? Haben Sie Ihre Zulagen als allgemeine Zulagen bezeichnet, damit sie jederzeit im Rahmen einer Tariflohnerhöhung angerechnet werden können? Warum formulieren Sie nicht im Arbeitsvertrag wichtige Vertragsverpflichtungen? Kündigungsgründe lassen sich zwar nicht im Arbeitsvertrag vereinbaren; nimmt man aber die wesentlichen Verhaltenspflichten in den Vertragstext auf, kann die Abmahnung vor der Kündigung entbehrlich sein. Manches Unternehmen zahlt während der Elternzeit jährlich ein 13. Monatsgehalt für Mitarbeiterinnen, die nie mehr an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, nur deshalb, weil der Arbeitsvertrag Gratifikationen nicht von tatsächlichen Arbeitsleistungen in einem Kalenderjahr abhängig macht. Das muss nicht sein. Wenn der Arbeitsvertrag keine Freistellungsklausel enthält, dürfen Sie in einem Betrieb ohne Betriebsrat Kurzarbeit nur anordnen, wenn jeder Mitarbeiter ausdrücklich zugestimmt hat. Eine Klausel, wonach Nebentätigkeiten nur mit schriftlicher Zustimmung des Arbeitgebers ausgeübt werden dürfen, ist nur wirksam, wenn sie gewisse Einschränkungen aufweist.

Vertragsmanagement ist Kostenmanagement. Lassen Sie Ihre Verträge prüfen! Es lohnt sich.