LESSER - Rechtsanwälte

Merkblatt zum Umgangsrecht

Grundsätzlich hat der Elternteil, welcher nicht mit dem Kind in einem Haushalt lebt, unabhängig vom Sorgerecht Anspruch auf Umgang mit dem Kind.

Ist eine Einigung zwischen den Eltern hierüber nicht möglich, sollte zunächst eine außergerichtliche Einigung unter Vermittlung des zuständigen Jugendamtes gesucht werden. Scheitert auch diese, sollte der Elternteil sein Besuchsrecht durch das Familiengericht regeln lassen. Da bei muss für einen Außenstehenden erkennbar sein, wann genau der Umgang ausgeübt werden soll. Eine empfohlene Formulierung für den Antrag ist daher z.B.: „Der Kindesvater ist berechtigt, mit seinem Kind … alle 14 Tage in der Zeit von ... bis ... sowie jeweils an den zweiten Feiertagen der Feste Ostern, Pfingsten und Weihnachten in der Zeit von ... bis ... zusammen zu sein.“ Selbstverständlich können Feiertagsregelungen auch hinsichtlich der Feiertage anderer Religionen festgelegt werden. Zu beachten ist, dass der Umgang nicht am Geburtstag des Kindes bzw. am Geburtstag des Elternteils, welcher mit dem Kind in einem Haushalt lebt, stattfinden sollte. Im Einzelfall kann eine Besuchsregelung auch für einen längeren Zeitraum, etwa die großen Schulferien, beantragt werden.

Wird bei verheirateten Eltern während des anhängigen Scheidungsverfahrens eine vorläufige oder endgültige Entscheidung über den Kindesumgang erforderlich, darf dieser Antrag nicht gesondert, sondern muss im Scheidungsverfahren (sog. Scheidungsverbund) gestellt werden.